Bernhard Langer - das Phänomen

Diesen Artikel drucken 10.04.2016

Bernhard Langer und die Masters

Nennen Sie mir eine Sportart, bei der ein 58-jähriger mit der Weltspitze konkurrieren kann. Im Golf ist dies tatsächlich möglich, vielleicht nicht immer und überall, aber bei den Masters in Augusta muß sich Bernhard Langer keineswegs verstecken. Da Langer seit Jahren nur noch auf der amerikanischen Senior Tour spielt, wird er zwar auf der Weltrangliste lediglich auf Platz 1080 geführt, als zweimaliger Master-Champion (1985 und 1993) hat er sich aber das lebenslange Recht erworben, an diesem prestigeträchtigen Turnier teilzunehmen.  

Auf den ersten drei Plätzen der Weltrangliste steht derzeit ein jungenhaftes “Boy-Trio”, von denen man erwartete, daß sie den Sieg unter sich ausmachen würden. Jason Day, der 29 Jahre alte Australier, ist seit 14 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste, gefolgt vom 22 Jahre alten Amerikaner Jordan Spieth und dem 26 Jahre alten Nordiren Rory McIlroy. Am gestrigen dritten Tag der Masters spielten diese drei und Bernhard Langer in hochinteressanten Paarungen.

Jordan Spieth und Rory McIlroy im letzten Flight lieferten sich nicht ganz den erhofften Zweikampf um die Spitze, denn Rory spielte auf den ersten Löchern zwei Bogeys, während Spieth ein Birdie geland. Bei McIlroy war es die fehlende Präzision in den Annäherungenen in Kombination mit den Putts, die nicht fallen wollten. Der Druck, den er eigentlich auf seinen Mitspieler ausüben wollte, wendete sich gegen ihn selbst. Auf Loch 10 und Loch 11 verzog er auch die Drives. Mit der Folge, daß er hier erst ein Bogey und dann ein Doppelbogey einstecken mußte. Mit +2 liegt er vor dem Schlußtag nur auf Rang 11. Jordan Spieth hatte sich bis zur 17 einen komfortablen Vorsprung erspielt, dann erwischte es auch ihn mit einem Bogey gefolgt von einem Doppelbogey auf der 18.

Bernhard Langer hatte mit Jason Day einen offenbar angenehmen Spielpartner. Aber auch wenn Jason ihn am Abschlag meist 30 m kurz ließ und Langer fast immer zum Fairwayholz greifen mußte, um die Grüns zu erreichen, so gelangen ihm doch sechs Birdies. Bei gleichzeitig nur vier Bogeys spielte Bernhard Langer mit 70 Schlägen die beste Runde von allen Spielern am dritten Tag.

Jordan Spieth liegt mit -3 vor der letzten Runde knapp in Führung vor seinem in Europa eher unbekannten Landsmann Smylie Kaufmann (-2) und Bernhard Langer (-1), der sich sensationell den dritten Platz mit dem Japaner Hideki Matsuyama teilt. Jason Day folgt mit weiteren Spielern auf Rang 5.

Martin Kaymer hat auch in diesem Jahr nicht das richtige Rezept für Augusta gefunden. Mit einer katastrophalen Runde von sieben Schlägen über Par, davon allein drei auf den Schlußlöchern, liegt er insgesamt mit +12 auf dem 52. Rang.

Wer als  Master-Champion 2016 das Green-Jacket überstreifen darf, ist angesichts der geringen Abstände völlig offen. Nur eines ist sicher, der Sieger braucht vor allem Präzision und Puttglück. Die pfeilschnellen, stark ondulierten Grüns verzeihen keine Fehler. Vielleicht erlebt der Golfsport in Augusta eine Sensation, und wir feiern einen Senioren.

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