Tiger-Mania

Diesen Artikel drucken 24.09.2018

Das Phänomen Tiger Woods

Wer in den letzten Tagen den Auftritt von Tiger Woods bei der TOUR Championship im Eastlake Golf Club in Atlanta verfolgt hat, wird aus dem Staunen nicht herausgekommen sein. Die Crème de la Crème, die besten 30 Spieler der diesjährigen US PGA-Tour hatten sich versammelt, um das Finale des FedExCup 2018 auszutragen. Ein zugegebenermaßen großes Golf-Event, aber nicht deswegen wird es in die Analen der Geschichtsbücher eingehen, sondern einzig und allein wegen eines Namens: Tiger Woods.

Die amerikanischen Kommentatoren sprechen vom größten Comeback eines Sportlers überhaupt; zurecht, denn dieses Comeback löst etwas aus, was man sich kaum vorstellen kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, den Tiger-Hype. Verrückte Golffans drängeln, schieben, rennen. Sie rufen seinen Namen im Chor, jeder will ihn berühren, ein Foto und Video von dem Star der Stars. Die Tiger-Mania ist ausgebrochen und stärker als je zuvor. Kein anderer Golfspieler entfacht diese fast religiös anmutende Begeisterung. 

Wer zu Beginn des Jahres behauptet hätte, Tiger Woods könne dabei sein oder das Turnier wohl möglich gar gewinnen, dem hätte absolut niemand Glauben geschenkt. Tiger, der Mann, der seine Knie und seinen Rücken so strapaziert hatte, daß er vor Schmerzen kaum noch allein aus dem Bett kam, der weder stehen, sitzen noch gehen konnte und mehr einem körperlichen Wrack glich als einem Modellathleten. Tiger war vor kurzem noch ein Schatten seiner selbst und ein großer Verlust für die Golfwelt. Keiner hat die Massen so angezogen wie Tiger, kein Golfer hat mehr Menschen zum Golfspiel gebracht als er. 1.876 Tage nach seinem letzten Turniersieg auf der US Tour gelingt ihm jetzt das scheinbar Unmögliche - ein großer Turniersieg, sein 80.,  und zugleich ein Sieg über alle körperlichen Gebrechen.

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, der die Fans zu Begeisterungsstürmen hinreißt und eine beispiellose Euphorie auslöst. Sein Leidensweg, der keine Hoffnung zuließ, und dann die Rückkehr in den Spitzensport. Tiger ist der Phönix aus der Asche. Aus dem Superstar ist jetzt zusätzlich noch ein Held geworden, der den Willen und die Kraft aufgebracht hat, sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Und noch etwas ist bemerkenswert, Tiger ist nicht mehr der unnahbare Topspieler, vielmehr ist er plötzlich menschlich. Er lächelt, er kommuniziert mit den Zuschauern, gibt bemerkenswert "normale" Interviews und hat offensichtlich großen Spaß am Golf.

Bei aller Tiger-Mania sollte ein Golfspieler nicht vergessen werden: Justin Rose. Das Finale um den FedExCup 2018 war spannend bis zum letzten Loch. Am dritten Turniertag spielten Justin und Tiger zusammen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und trotz eines furiosen Auftakts von Tiger hielt Justin Rose sein Spiel zusammen und wahrte seine Chancen auf den 10 Millionen-Dollar-Scheck. Am Finaltag fiel die Entscheidung erst am letzten Loch. Justin Rose brauchte unbedingt ein Birdie, um den FedExCup zu gewinnen. Dieses gelang, sonst hätte Tiger nicht nur die Coca-Cola TOUR Championship gewonnen sondern auch noch den Saisoncup der Besten der Besten eingeheimst. Der Mann ist halt ein Phänomen.

 

Zurück zur Übersicht

Auf unserem Blog finden Sie Beiträge zu Golfhotels, zu Golfpaketen, Golfurlaub oder Golfarrangements in Europa. Wir berichten über Erfahrungen mit Schnuppergolf, über Hotels mit Sterneküche, interessante Restaurants, über neue Golfplätze in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, über das Thema Golf und Gesundheit und vieles mehr. Ferner berichten wir über die PGA-Turniere, wie die Masters in Augusta, die US Open, Britisch Open, und das Abschneiden der Golfspieler wie Martin Kaymer, Marcel Siem, Alex Cjeika, Maximilian Kiefer, Rory McIlroy, Tiger Woods, Sergio Garcia, Bernd Wiesberger. Aber auch die Damen der LPGA kommen nicht zu kurz.

Wir verwenden Cookies und personenbezogene Daten. Welche das sind, erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.